26. Münchner Mieter*innenstammtisch

Am 15. Januar 2026 19:00 findet im Klenze 17 (Klenzestr. 17) unser 26. Münchner Mieter*innenstammtisch statt. Ein rheinisches Sprichwort sagt: „Einmal ist keinmal, zweimal ist Tradition, dreimal ist Brauchtum“; Sechsundzwanzigmal ist blanke Not. So muss man das leider ergänzen. Im Vorfeld der nächsten großen Mietendemo am 7. Februar möchten wir, leider, wieder die Bühne für Betroffene eröffnen - leider, weil das Thema bezahlbares Wohnen seit Jahren anscheinend nur als Thema für Sonntagsreden taugt. Die Probleme können schon lange nicht mehr wegdiskutiert werden. Die Fakten liegen auf dem Tisch: München ist immer wieder die teuerste Großtadt Deutschlands im Schnitt lagen die Lebenshaltungskosten 24-25% über dem Bundesdurchschnitt. Schuld sind vor allem die Wohnkosten die in München pro qm um 81% !!!!! höher sind als der Bundesdurchschnitt (Stand 2024, Quelle: IW). Die Löhne in München sind zwar auch höher ca. 20% im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (Stand 2025, Quelle: Kununu) die Renten liegen aber nur im Bundesdurchschnitt (Stand:2024, Quelle: MDR) und die Lücke wird größer. Die Menschen in unserer Stadt können sich das Grundrecht auf Wohnen nicht mehr leisten. Wir vermissen hier, seit langem, massive Eingriffe durch unsere Volksvertreter. Unsere Stadt ist in den letzten Jahrzehnten zum Investitionsobjekt verkommen. Leerstand und Löcher allenthalben (Sendling, Schwabing, alte Akademie, Karstadt, Hertie, Kaufhof,…) sind nur ein Symptom einer grundsätzlichen Problematik. Das Grundrecht auf Wohnen und die Freiheit des Immobilienmarktes sind nicht vereinbare Ziele. Effektive Lösungen oder gar staatliche/städtische Eingriffe in den disfunktionalen Markt sind weiterhin Tabu. Warum?

Wir möchten im Vorfeld der großen Mieterinnendemo am 07. Februar 2026 aufmerksam machen, welches Thema für die Kommunalwahlen am 8. März im Zentrum stehen sollte. „Wir können nix machen, weil XYZ uns blockiert“, „Bauen bauen, bauen“ oder Kandidaten die statt einer politischen Aussage nur eine, wenn auch rosa, Brille präsentieren, werden an der Situation jener Menschen die unsere Stadt am Laufen halten nichts ändern. Wir denken an: Busfahrerinnen, Handwerkerinnen, Pflegerinnen, Verkäuferinnen, Gastromitarbeiterinnen, aber mittlerweile auch Ärztinnen, Ingenieurinnen, usw. - die Liste ist leider sehr lang - aber auch für Menschen im Ruhestand, für Behinderte, für Alleinerziehende und deren Kinder muss Platz in unserer Stadt sein.